Hausbau-Checkliste: Das vergessen die meisten Bauherren
Stand: Von Hausbau Excel, geprüft am 29. Oktober 2026
Die teuersten Fehler beim Hausbau sind Kleinigkeiten, die in Planung und Bemusterung fehlen: zu wenige Steckdosen, nur ein Außenwasserhahn, keine Leerrohre. Diese Checkliste zeigt dir pro Bereich die wichtigsten Punkte.
| Elektro-Mindestausstattung | DIN 18015-2 = Ausstattungswert 1 (1 Stern)Quelle: Baunetzwissen |
|---|---|
| RAL-RG 678 (Ausstattungswerte 1 bis 3) | Ausgabe Februar 2023Quelle: Baunetzwissen |
| Mindesthöhe Aufenthaltsräume (Beispiel Berlin) | 2,40 m lichte RaumhöheQuelle: § 47 BauO Bln |
| Mindest-Raumgrößen und -höhen | je Bundesland verschiedenQuelle: Landesbauordnung |
Inhalt

Eine gute Hausbau-Checkliste prüft nicht den Bauplan, sondern die Dinge dazwischen: Anzahl und Ort der Steckdosen, Wasserhähne draußen, Leerrohre, Türbreiten. Das sind Kleinigkeiten, die in der Planung nichts kosten und nach dem Einzug sehr viel. Hier findest du die wichtigsten Punkte pro Bereich, geordnet nach Planung, Bemusterung und Abnahme.
Wo es eine Norm oder Vorschrift gibt, nennen wir sie mit Quelle. Alles andere ist eine Empfehlung aus der Praxis, keine Pflicht. Stand der Quellen: 28.10.2026.
Die 10 wichtigsten Punkte
Kurzfassung
- Mindestens 2 Außenwasserhähne, mit Absperrventil im Haus
- Steckdosen und Schalter je Raum schriftlich festlegen, am besten über der Mindestausstattung
- Kinderschutz (erhöhter Berührungsschutz) in den Steckdosen gleich mitbestellen
- Leerrohre für Außenbereich, Garage, Carport und Garten
- Wallbox und PV/Speicher vorbereiten, auch wenn du sie noch nicht kaufst
- LAN-Dosen in jedem Wohnraum statt nur WLAN
- Raumgrößen und Möbelstellung auf dem Plan prüfen (Betten, Schränke, Türaufschlag)
- Bodenablauf im Hauswirtschaftsraum
- Außensteckdosen und Außenbeleuchtung an Terrasse, Eingang und Garage
- Abnahme mit Mängelprotokoll und Fotos, am besten mit Fachmann
Dieser Ratgeber zeigt nur eine Auswahl. Alle 206 Punkte nach Bereichen, mit Status, Priorität und Mehrkostenspalte, gibt es in der Hausbau-Checkliste (Excel).
Grundriss und Raumgrößen
Mindestgrößen und Mindesthöhen für Aufenthaltsräume regeln die Landesbauordnungen der Bundesländer, und sie unterscheiden sich. Beispiel: § 47 BauO Bln verlangt eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40 m. Was bei dir gilt, steht in der Landesbauordnung deines Bundeslandes. Die folgenden Punkte sind Empfehlungen.
- Tipp: Zeichne Betten, Schränke und Schreibtisch maßstäblich in den Grundriss. Ein Schlafzimmer, in dem der Kleiderschrank die Tür blockiert, ist auf dem Plan „groß genug“.
- Tipp: Plane das Kinderzimmer so, dass du es später teilen oder umnutzen kannst (zwei Fenster, zwei Türen oder Platz für eine Trennwand).
- Tipp: Prüfe das Bad auf Platz für Waschmaschinenanschluss, Handtuchheizkörper und Türaufschlag. Eine Tür, die nach innen auf die Dusche schlägt, nervt täglich.
- Empfehlung: Plane einen Hauswirtschaftsraum und einen Abstellraum ein. Fehlender Stauraum ist einer der häufigsten Wünsche nach dem Einzug.
- Tipp: Prüfe Türbreiten und Treppenbreite mit Blick auf Möbeltransport und Kinderwagen. Wer rollstuhlgeeignet plant, liest die Maße in DIN 18040-2 (Barrierefreies Bauen, Wohnungen) im Normtext nach.
Elektro
Für die Elektroinstallation in Wohngebäuden beschreibt DIN 18015-2 die Mindestausstattung. Sie entspricht dem Ausstattungswert 1 der RAL-RG 678 (Ausgabe Februar 2023). Die Richtlinie kennt darüber die Ausstattungswerte 2 und 3 mit mehr Steckdosen, Lichtauslässen und Komfort; laut Baunetzwissen kosten sie ca. 125 % und ca. 150 % von Ausstattungswert 1. Wie viele Auslässe je Raum dazugehören, steht in der Richtlinie bei der HEA. Alles Weitere unten sind Empfehlungen.
- Empfehlung: Lege im Elektroplan je Raum die Zahl der Steckdosen, Schalter und Lichtauslässe schriftlich fest, statt „nach Standard“ zu bestellen.
- Empfehlung: Plane die Ausstattung mindestens nach Ausstattungswert 2 der RAL-RG 678 und prüfe an deinem Möblierungsplan, ob es reicht.
- Empfehlung: Bestelle Steckdosen mit Kinderschutz (erhöhter Berührungsschutz) gleich mit. Wir kennen keine Pflicht dafür, es ist eine Sicherheitsempfehlung.
- Empfehlung: Plane Außensteckdosen (Terrasse, Vorderseite, Garten), getrennt schaltbar, und frag deinen Elektriker, welche Stromkreise er nach den geltenden VDE-Regeln mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI/RCD) absichert.
- Empfehlung: LAN-Dosen in jedem Wohnraum und ein zentraler Netzwerkverteiler. WLAN allein reicht in Massivbauten oft nicht.
- Empfehlung: Leerrohre zu Garage, Carport, Garten und Dach legen. Sie kosten beim Bau wenig, nachträglich bedeuten sie Aufstemmen.
Sanitär und Heizung
- Empfehlung: Plane mindestens zwei Außenwasserhähne, zum Beispiel an der Terrassen- und an der Vorderseite. Eine Norm dafür gibt es nicht.
- Empfehlung: Jeder Außenhahn bekommt ein Absperr- und Entleerungsventil im frostfreien Innenraum (oder eine frostsichere Armatur), damit nichts einfriert.
- Tipp: Frag nach einem Bodenablauf im Hauswirtschaftsraum. Bei einer undichten Waschmaschine ist er Gold wert und kostet beim Bau wenig.
- Tipp: Lege die Anschlüsse für Waschmaschine, Trockner, Spüle im HWR und eventuell Gäste-WC fest, auch wenn du sie heute nicht brauchst.
- Tipp: Bei Fußbodenheizung: Lass die Heizkreise je Raum einzeln regeln (Raumthermostate). Welche Anforderungen aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) für dein Haus gelten, nennt dir dein Planer.
Fenster, Türen und Sonnenschutz
- Tipp: Entscheide dich zwischen Rollläden und Raffstores schon vor dem Fensterbau. Kasten und Elektrik gehören in die Planung.
- Tipp: Elektrische Antriebe brauchen eine Zuleitung je Fenster. Plane sie gleich in die Elektroplanung ein.
- Tipp: Insektenschutz für Fenster und Terrassentür mitbestellen. Nachträglich passen Rahmen oft schlechter.
- Empfehlung: Frag nach einbruchhemmenden Beschlägen (Widerstandsklasse RC2) für Erdgeschossfenster und Terrassentüren und lass dir die Klasse im Angebot nennen.
Außenanlagen und Garage
- Empfehlung: Lege Höhen früh fest (Gelände, Terrasse, Einfahrt, Hauseingang), damit kein Wasser zum Haus läuft.
- Tipp: Plane das Regenwasser: Versickerung oder Zisterne, und einen Überlauf. Kläre die Vorgaben der Gemeinde vor dem Bau.
- Empfehlung: Plane in der Garage oder am Carport Steckdosen, Licht, Wasseranschluss und eine Wallbox-Vorbereitung (Leerrohr, ausreichend Zuleitung) ein.
- Tipp: Denke an Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder an Eingang, Garage und Terrasse, samt Leitungen vor dem Pflastern.
- Tipp: Lege Leerrohre unter Einfahrt und Terrasse, bevor gepflastert wird.
Keller und Technik
- Empfehlung: Plane Platz und Leitungswege für Technik (Zähler, Hausanschluss, Verteiler, Heizung, Lüftung, Netzwerk) mit Reserve.
- Empfehlung: Bereite PV und Speicher vor: Platz für Wechselrichter und Speicher, Leerrohr vom Dach zum Technikraum, Zählerplatz mit Reserve.
- Tipp: Frag nach Abdichtung und Entwässerung im Keller und lass dir schriftlich bestätigen, welche Lösung geplant ist (zum Beispiel weiße Wanne).
- Tipp: Lass einen Revisionszugang zu Leitungen und Ventilen einplanen, damit du sie ohne Stemmen erreichst.
Barrierearm und Zukunft
- Empfehlung: Plane mindestens ein Bad und ein Zimmer im Erdgeschoss so, dass du sie später als Schlafzimmer nutzen kannst.
- Tipp: Wähle eine bodengleiche Dusche und schwellenarme Türen. Sie sind im Neubau günstig, im Bestand aufwendig.
- Empfehlung: Lass Verstärkungen in Wänden (für spätere Haltegriffe) einplanen und halte die Lage im Plan fest.
- Empfehlung: Plane die Treppe so, dass ein Treppenlift später möglich bleibt. Für Maße einer barrierefreien Planung ist DIN 18040-2 die Grundlage, lies sie im Normtext nach.
Bemusterung
Die Bemusterung ist der Termin, an dem du Ausstattung und Materialien festlegst. Alles, was du hier nicht nennst, kommt im Standard, und der steht im Bauvertrag.
- Tipp: Bring deinen Möblierungsplan und den Elektroplan mit, bevor du Steckdosen, Schalter und Lichtauslässe festlegst.
- Tipp: Lass Position und Höhe von Steckdosen, Schaltern und Armaturen im Protokoll festhalten, nicht nur den Typ.
- Tipp: Vergleiche Mehrkosten gegen Standard schriftlich und trage sie sofort in dein Budget ein.
- Tipp: Frag nach Fliesenformat, Fugenfarbe, Sockelleisten und Türgriffen. Diese Kleinigkeiten fallen später am meisten auf.
- Tipp: Lass dir jede Änderung schriftlich bestätigen (Protokoll mit Datum und Unterschrift).
Abnahme
- Empfehlung: Plane die Abnahme mit einem unabhängigen Bausachverständigen und nimm dir Zeit dafür.
- Tipp: Prüfe Steckdosen und Schalter auf Funktion und Position und teste die FI-Schalter mit der Prüftaste.
- Tipp: Teste Wasserhähne draußen und drinnen, Abflüsse, Bodenablauf und Heizkreise.
- Tipp: Öffne und schließe alle Fenster, Türen und Rollläden und prüfe auf Kratzer und Spiel.
- Tipp: Halte Mängel im Protokoll mit Fotos fest und vermerke eine Frist zur Beseitigung. Lass dir die Unterlagen (Pläne, Prüfprotokolle, Bedienungsanleitungen) geben.
Typische teure Fehler
Achtung: Das wird nachträglich teuer
- Zu wenige Steckdosen und Leerrohre: Nachträglich heißt Schlitze fräsen und Wände neu streichen.
- Kein Außenwasser auf der zweiten Seite: Ein Anschluss nachträglich durch die gedämmte Fassade ist aufwendig.
- Kein Platz oder keine Leitung für Wallbox, PV und Speicher: Die Nachrüstung kostet mehr als die Vorbereitung.
- Rollladen oder Raffstore erst nach dem Fensterbau entscheiden: Kästen und Elektrik passen dann oft nicht.
- Mündliche Absprachen bei der Bemusterung: Was nicht im Protokoll steht, gilt nicht.
Was die Extras kosten
Die Kosten für Extras wie zusätzliche Auslässe, Leerrohre oder Wallbox-Vorbereitung gehören als eigene Positionen in dein Budget. Orientierungswerte nach dem Hausbau-Excel-Kostenmodell 2026 findest du in der Hausbau Kostenaufstellung, verfolgen kannst du sie im Hausbau Excel Pro. Wie das Modell aufgebaut ist, steht in der Methodik. Das sind Orientierungen, keine Kostenschätzung eines Architekten. Für das große Bild lies Hausbaukosten.
Quellen
- Baunetzwissen Elektro: Installationsumfang und Ausstattungswerte (DIN 18015-2, RAL-RG 678; Ausstattungswert 1 entspricht der Mindestausstattung nach DIN 18015-2, Ausstattungswert 2 ca. 125 %, Ausstattungswert 3 ca. 150 % der Kosten von Ausstattungswert 1) (abgerufen am )
- Baunetzwissen Glossar: RAL-RG 678 Ausstattungswerte (Richtlinie, Ausgabe Februar 2023) (abgerufen am )
- HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung: Pressemitteilung vom 20.03.2023 zur RAL-RG 678 (abgerufen am )
- § 47 Bauordnung für Berlin (BauO Bln): Aufenthaltsräume, lichte Raumhöhe mindestens 2,40 m (Beispiel, andere Länder regeln es in ihrer eigenen Landesbauordnung) (abgerufen am )
- Hausbau-Excel-Kostenmodell 2026 (Methodik und Quellen) (abgerufen am )
Häufige Fragen
Wie viele Steckdosen pro Raum brauche ich?
Eine feste Zahl für alle Häuser gibt es nicht. DIN 18015-2 beschreibt die Mindestausstattung der Elektroinstallation in Wohngebäuden, sie entspricht dem Ausstattungswert 1 der RAL-RG 678 (Ausgabe Februar 2023). Die Richtlinie kennt außerdem die Ausstattungswerte 2 und 3 mit mehr Steckdosen und Lichtauslässen je Raum (laut Baunetzwissen ca. 125 % und ca. 150 % der Kosten von Ausstattungswert 1). Die Zahlen je Raum stehen in der Richtlinie bei der HEA. Unsere Empfehlung: Plane mindestens nach Ausstattungswert 2 und lege die Zahl je Raum schriftlich im Elektroplan fest.
Wie viele Außenwasserhähne sollte ich einplanen?
Dazu gibt es keine Norm. Unsere Empfehlung: mindestens zwei, zum Beispiel einen an der Terrassen- oder Gartenseite und einen an der Vorder- oder Garagenseite, damit du den Garten ohne lange Schläuche erreichst. Plane sie mit eigenem Absperrventil im frostfreien Innenraum ein, damit du sie im Winter entleeren kannst.
Brauche ich Kindersicherungen in den Steckdosen?
Wir kennen keine Norm, die Kindersicherungen in Steckdosen für jedes Haus vorschreibt, und können das nicht belegen. Unsere Empfehlung: Wenn Kinder im Haus leben oder zu Besuch kommen, bestelle Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz (Kinderschutz) gleich mit. Das ist im Neubau ein kleiner Aufpreis, die Nachrüstung ist aufwendiger. Frag deinen Elektriker, welche Steckdosenserie das bietet.
Was gehört in die Bemusterung?
In der Bemusterung legst du Ausstattung und Materialien fest: Fliesen, Bodenbeläge, Sanitärobjekte, Armaturen, Türen, Fenstergriffe, Rollläden, Steckdosen und Schalter, Heizkörper oder Heizkreise, Treppe und Außenanlagen. Wichtig ist, dass du Menge, Position und Typ festhältst (zum Beispiel Steckdosen je Raum, Höhe der Schalter) und das Ergebnis schriftlich bestätigen lässt. Die wichtigsten Punkte stehen im Abschnitt Bemusterung.
Welche Mindestgrößen gelten für Räume im Haus?
Das regeln die Landesbauordnungen der Bundesländer, und sie unterscheiden sich. Als Beispiel verlangt § 47 BauO Bln für Aufenthaltsräume eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40 m. Welche Anforderungen bei dir gelten, steht in der Landesbauordnung deines Bundeslandes und im Bauantrag. Alles darüber hinaus (zum Beispiel Kinderzimmer-Größen) sind Empfehlungen, keine Pflichten.
Was kosten diese Extras?
Das hängt von Haus, Region und Anbieter ab, deshalb nennen wir keine Pauschalen. Trage die Extras als eigene Positionen in dein Budget ein, zum Beispiel in die Hausbau Kostenaufstellung oder ins Hausbau Excel Pro. Die Orientierungswerte dort stammen aus dem Hausbau-Excel-Kostenmodell 2026 (Methodik).
