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Baunebenkosten berechnen: Liste, Beispiel und Faustregeln

Stand: Von Hausbau Excel, geprüft am 29. Oktober 2026

Baunebenkosten sind alle Kosten rund ums Bauen, die nicht im Preis für das Haus selbst stehen, zum Beispiel Architekt, Erdarbeiten, Hausanschlüsse, Baustrom, Versicherungen und Bereitstellungszinsen. In unserem Beispiel für ein 150-m²-Haus sind es 54.900 €, dazu kommen Kaufnebenkosten für das Grundstück. Rechne sie nicht als Pauschale, sondern Position für Position.

Die wichtigsten Zahlen Stand: 29. Oktober 2026
Baunebenkosten im Beispiel (150-m²-Haus, ohne Grundstück)54.900 €Quelle: Hausbau-Excel-Kostenmodell 2026
Kaufnebenkosten im Beispiel (Grundstück 125.000 €, NRW)14.463 €Quelle: Verbraucherzentrale (Seite vom 06.11.2024, geprüft am 31.10.2026), Finanzamt NRW
Grunderwerbsteuer3,5 % bis 6,5 % je BundeslandQuelle: Verbraucherzentrale, Seite vom 06.11.2024, geprüft am 31.10.2026
Notar und Grundbuchca. 1 % bis 1,5 % des KaufpreisesQuelle: Verbraucherzentrale, Seite vom 06.11.2024, geprüft am 31.10.2026
Makler (falls beteiligt)3 % bis 6 % plus MwSt.Quelle: Verbraucherzentrale, Seite vom 06.11.2024, geprüft am 31.10.2026
Bereitstellungsprovision KfW (Klimafreundlicher Neubau)0,15 % pro MonatQuelle: KfW, abgerufen 28.10.2026
Inhalt
  1. Was zählt zu den Baunebenkosten?
  2. Wie viel Prozent der Baukosten sind Baunebenkosten?
  3. Gehören Grundstückskosten wie Grunderwerbsteuer und Notar dazu?
  4. Beispiel: Baunebenkosten für ein 150-m²-Haus
  5. Wie senkst du die Bereitstellungszinsen?
  6. Typische Fehler bei den Baunebenkosten
  7. So rechnest du deine eigenen Baunebenkosten
Taschenrechner und Auswertung mit Diagrammen auf einem Schreibtisch
Foto: Bia Limova / Pexels

Du hast ein Angebot für dein Haus in der Hand und fragst dich, was darin noch fehlt. Die Antwort sind die Baunebenkosten: Posten, die nicht im Preis für das Haus stehen und trotzdem bezahlt werden müssen. Sie sind der Grund, warum aus einem passenden Budget auf dem Papier ein knappes Budget auf dem Konto wird.

Baunebenkosten sind alle Kosten rund ums Bauen, die nicht im Preis für das Haus selbst stehen. Dazu zählen Architekt, Genehmigung, Erdarbeiten, Anschlüsse, Baustrom, Versicherungen und Finanzierungskosten. Im Beispiel unten sind das 54.900 € für ein Haus mit 150 m², ohne Grundstück. Rechne sie Position für Position und nicht mit einer Pauschale. Stand: 28.10.2026.

Die Spannen und Beispielwerte stammen aus dem Hausbau-Excel-Kostenmodell 2026. Alle Werte dort sind Modellannahmen, belegt ist nur die Preisentwicklung nach dem Destatis-Baupreisindex. Orientierung, keine Kostenschätzung eines Architekten.

Rechne es selbst nach

Der kostenlose Hausbaukosten-Rechner zeigt dir, wie Haus, Zuschläge und Nebenkosten zusammen aussehen. Die typischen Positionen zum Eintragen (ohne Preisspannen) findest du im kostenlosen Hausbau Excel Light, das du kostenlos über den Warenkorb bestellst; den Download bekommst du per E-Mail, ohne Newsletter-Anmeldung. Die Preisspannen von/bis stehen in der Kostenaufstellung und im Pro.

Was zählt zu den Baunebenkosten?

Eine einheitliche gesetzliche Definition gibt es nicht. Wir zählen hier alles, was beim Bauen zusätzlich zum Hauspreis anfällt. Die Spannen sind Modellannahmen:

Position Spanne laut Kostenmodell 2026
Architekt (Entwurfsplanung) 5.000 bis 8.000 €
Baugenehmigung 0,1 % bis 1,5 % der Bausumme
Hausanschlüsse (Wasser, Strom, Abwasser, Telekom, ggf. Gas) 5.000 bis 12.000 €
Baustrom und Bauwasser 2.000 bis 3.000 €
Versicherungen in der Bauzeit 300 bis 600 €
Externe Baubegleitung 2.000 bis 4.000 €
Erdarbeiten stark vom Grundstück abhängig (im Beispiel 25.000 €)
Bereitstellungszinsen je nach Kredit und Abruf (im Beispiel 5.000 €)

Frag in jedem Angebot, welche dieser Leistungen die Baufirma übernimmt. Das ist bei Fertighausanbietern oft anders als bei regionalen Baufirmen. Mehr zum Strom: Baustrom-Kosten.

Wie viel Prozent der Baukosten sind Baunebenkosten?

Das ist die meistgestellte Frage, und die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keinen festen Satz. Der Anteil hängt davon ab, welche Posten du mitzählst, ob die Baufirma Anschlüsse oder Baustrom schon im Hauspreis hat und wie schwierig dein Grundstück ist. Eine amtliche Prozentangabe haben wir nicht gefunden. Ratgeber nennen unterschiedliche Spannen, meist ohne Quelle, und wir übernehmen keine davon.

Was wir dir geben können, ist ein Rechenbeispiel. Im Modell-Beispielhaus mit 468.000 € Hauspreis betragen die Baunebenkosten 54.900 €, das sind rund 11,7 %. Das ist ein Beispiel mit angenommenen Zahlen und kein Richtwert für dein Haus. Mit schwierigem Baugrund, langen Anschlussleitungen oder einer Baufirma, die kaum etwas einschließt, kann der Anteil deutlich höher liegen. Rechne deshalb mit Positionen statt mit einem Prozentsatz.

Gehören Grundstückskosten wie Grunderwerbsteuer und Notar dazu?

Das sind Kaufnebenkosten für das Grundstück. Manche Ratgeber zählen sie zu den Baunebenkosten, andere trennen sie ab. Für dein Budget zählt nur, dass du sie nicht vergisst. Sie kommen vor dem Bau dazu und hängen am Kaufpreis (Verbraucherzentrale, Seite vom 06.11.2024, geprüft am 31.10.2026):

  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % bis 6,5 %, je Bundesland. Beispiele je Land stehen im Artikel Hausbaukosten 2026.
  • Notar und Grundbuch: etwa 1 % bis 1,5 %.
  • Makler (falls beteiligt): 3 % bis 6 % plus MwSt. Beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses darf der Käufer höchstens die Hälfte der Provision tragen (§§ 656c, 656d BGB). Beim Kauf eines unbebauten Grundstücks gilt diese Regel nicht; dort ist die Provision Verhandlungssache.

Beispiel: Baunebenkosten für ein 150-m²-Haus

Das Beispiel stammt aus dem Kostenmodell 2026: energieeffizientes Haus mit 150 m², schlüsselfertig, Doppelcarport, Grundstück mit 500 m² zu 250 €/m² in NRW. Die Zahlen sind angenommen:

Position Betrag
Baustrom und Bauwasser 2.500 €
Architekt 8.000 €
Bauantrag 850 €
Externe Baubegleitung 3.000 €
Erdarbeiten 25.000 €
Hausanschluss 10.000 €
Versicherungen 550 €
Bereitstellungszinsen 5.000 €
Baunebenkosten Haus 54.900 €
Maklercourtage 3,57 % (3 % plus 19 % MwSt.) auf 125.000 € 4.463 €
Grunderwerbsteuer NRW 6,5 % 8.125 €
Notar und Grundbuch ca. 1,5 % 1.875 €
Kaufnebenkosten Grundstück 14.463 €
Alle Nebenkosten zusammen 69.363 €

Der Hauspreis im Beispiel beträgt 468.000 € (inklusive 10.000 € Puffer für Mehrausstattung und 18.000 € für PV mit Speicher). Auffällig: Allein die Erdarbeiten sind fast die Hälfte der Baunebenkosten. Genau hier schwankt es am stärksten, weil es vom Grundstück abhängt. Ein Bodengutachten vor dem Kauf ist deshalb gut investiertes Geld.

Balkendiagramm der Baunebenkosten im Beispiel, zusammen 54.900 €: Erdarbeiten mit 25.000 € sind der größte Posten.
Abbildung: Baunebenkosten im Beispiel, angenommene Zahlen aus dem Kostenmodell 2026.

Wie senkst du die Bereitstellungszinsen?

Bereitstellungszinsen fallen an, wenn du eine Kreditzusage hast, die Summe aber noch nicht abgerufen hast und die bereitstellungsfreie Zeit abgelaufen ist. Bei der KfW im Programm Klimafreundlicher Neubau beträgt die Bereitstellungsprovision 0,15 % pro Monat auf den noch nicht ausgezahlten Betrag (KfW, abgerufen 28.10.2026). Bei Banken steht es im Darlehensvertrag. Je später du Raten abrufst und je kürzer die Bauzeit, desto weniger zahlst du. Wie sich die Bauzeit auswirkt, steht im Artikel Bauablauf und Bauzeit.

Typische Fehler bei den Baunebenkosten

  • Eine Pauschale ansetzen und nicht nachrechnen. Wer „10 %“ irgendwo liest und übernimmt, rechnet ohne sein Grundstück.
  • Den Leistungsumfang nicht prüfen. Baustrom, Bauzaun, Baugrube und Anschlüsse sind mal im Hauspreis, mal nicht. Lies die Baubeschreibung.
  • Erdarbeiten schätzen statt anfragen. Das ist der Posten mit der größten Schwankung. Hol ein Angebot ein.
  • Kaufnebenkosten vergessen. Sie fallen vor dem ersten Spatenstich an und müssen aus Eigenkapital kommen.
  • Keinen Puffer führen. Plane einen Puffer ein und prüfe ihn bei jeder Rechnung.
  • Bereitstellungszinsen übersehen. Sie wachsen leise mit jedem Monat Verzug.

So rechnest du deine eigenen Baunebenkosten

  1. Hole Angebote für Architekt, Erdarbeiten und Hausanschlüsse ein.
  2. Lies im Bauvertrag nach, welche Leistungen enthalten sind (Baustrom, Bauzaun, Baugrube).
  3. Trage jede Position mit von/bis ein und rechne mit dem oberen Wert, bis das Angebot vorliegt. Die Hausbau Kostenaufstellung (Excel) – 3,90 € hat dafür alle typischen Positionen mit von/bis in einer Tabelle.
  4. Addiere die Kaufnebenkosten für das Grundstück.
  5. Verbinde Kosten, Kredite und Zahlungsplan im Hausbau Excel Pro – 8,90 €, dann siehst du auch, wann welches Geld fließen muss.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Immobilienfinanzierung, so berechnest du, was du dir leisten kannst (Seite vom 06.11.2024): Grunderwerbsteuer 3,5 bis 6,5 %, Notar und Grundbuch 1 bis 1,5 %, Makler 3 bis 6 % plus MwSt. (abgerufen am )
  2. Finanzamt NRW: Grunderwerbsteuer (6,5 % für Verträge ab 01.01.2015) (abgerufen am )
  3. §§ 656c und 656d BGB: Maklerlohn beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern (Käufer trägt höchstens die Hälfte) (abgerufen am )
  4. KfW: Klimafreundlicher Neubau, Wohngebäude (297, 298), Bereitstellungsprovision 0,15 % pro Monat (abgerufen am )
  5. Hausbau-Excel-Kostenmodell 2026 (Modellannahmen, Preisentwicklung nach Destatis-Baupreisindex; Methodik und Quellen). Die Einzelpositionen der Baunebenkosten sind Modellannahmen, keine amtlichen Zahlen. (abgerufen am )

Häufige Fragen

Was sind Baunebenkosten?

Baunebenkosten sind Kosten, die beim Hausbau zusätzlich zum Preis für das Haus selbst anfallen, zum Beispiel Architekt, Baugenehmigung, Erdarbeiten, Hausanschlüsse, Baustrom und Bauwasser, Versicherungen, Baubegleitung und Finanzierungskosten. Eine einheitliche gesetzliche Definition gibt es nicht. Prüfe deshalb im Angebot genau, was die Baufirma einschließt.

Wie viel Prozent sind Baunebenkosten?

Einen festen Prozentsatz gibt es nicht, weil er davon abhängt, welche Posten du mitzählst und was im Hausvertrag enthalten ist. In unserem Beispiel mit 150 m² betragen die Baunebenkosten 54.900 € bei einem Hauspreis von 468.000 €, das sind rund 11,7 %. Rechne bei deinem Projekt mit den einzelnen Positionen statt mit einer Pauschale.

Gehören Grunderwerbsteuer und Notar zu den Baunebenkosten?

Sie sind Kaufnebenkosten für das Grundstück. Manche Ratgeber zählen sie mit, andere trennen sie ab. Für dein Budget ist wichtig, dass du sie nicht vergisst: Grunderwerbsteuer 3,5 bis 6,5 %, Notar und Grundbuch etwa 1 bis 1,5 % des Kaufpreises (Verbraucherzentrale, Seite vom 06.11.2024, geprüft am 31.10.2026).

Was kosten Hausanschlüsse?

Das hängt von Leitungslängen, Region und Versorger ab. Das Kostenmodell 2026 rechnet mit 5.000 bis 12.000 € als Orientierung. Frag deinen Versorger nach einem Angebot für dein Grundstück.

Was sind Bereitstellungszinsen?

Bereitstellungszinsen fallen an, wenn du eine Kreditzusage hast, die Summe aber noch nicht abgerufen hast und die bereitstellungsfreie Zeit abgelaufen ist. Bei der KfW im Programm Klimafreundlicher Neubau beträgt die Bereitstellungsprovision 0,15 % pro Monat auf den noch nicht ausgezahlten Betrag. Bei Banken sind die Konditionen verschieden und stehen im Darlehensvertrag.

Wo trage ich die Baunebenkosten ein?

In der Hausbau Kostenaufstellung findest du die typischen Positionen mit Spannen von/bis. Im Hausbau Excel Pro kannst du sie mit Finanzierung und Cashflow verbinden.

Wie senke ich die Baunebenkosten?

Prüfe den Leistungsumfang der Baufirma, hol Angebote für Erdarbeiten, Architekt und Anschlüsse ein, lass vor dem Grundstückskauf den Baugrund prüfen und rufe Kredite erst bei Bedarf ab, damit weniger Bereitstellungszinsen anfallen.

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